Freitag, 12. September 2014

Die stille Frau - A. S. A. Harrison






Die stille Frau - A. S. A. Harrison
384 Seiten 
ISBN:  978-3827012074
14,99 Euro


Klappentext:

Er lebt ein Doppelleben. Sie plant minutiös ihre Rache. Denn sie hat nichts mehr zu verlieren. Raffiniert, elegant und atemberaubend spannend erzählt dieser Roman davon, wie eine alltägliche Liebe auf gefährliche Abwege geraten kann. In Jodis und Todds Ehe kriselt es. Viel steht auf dem Spiel, auch das angenehme Leben, das sich die beiden aufgebaut haben in ihrem luxuriösen Apartment mit Seeblick in Chicago. Doch ihre Beziehung rast geradewegs auf einen mörderischen Abgrund zu: Er, der systematische Betrüger und sie, die stillschweigende Verletzte. Die schwindelerregend fesselnde Geschichte einer verhängnisvollen Partnerschaft, die in den USA zu einem großen Überraschungserfolg wurde.
Ein brillant erzählter, psychologisch raffinierter Gesellschaftsroman über eine globale Mittelschicht auf der Suche nach dem Lebenssinn, hin- und hergerissen zwischen dem Streben nach Unabhängigkeit und der Sehnsucht nach Sicherheit.

Meine Meinung:

Als ich den Klappentext gelesen habe, dachte ich, ich würde einen spannenden Thriller lesen, aber das war nicht der Fall. Das Buch hat mir trotz der eigenartigen Erzählweise gut gefallen.

Jodi und Todd leben seit vielen Jahren zusammen, allerdings sind sie nicht verheiratet. Jodi weiß, dass Todd ein notorischer Fremdgeher ist, nimmt dies aber so hin, weil es einfach ihre Art ist. Todd glaubt, dass Jodi von nichts weiß und lebt einfach weiter sein Doppelleben.  Irgendwann wird Jodi das alles doch zu viel und sie schmiedet einen Plan. Mehr möchte ich dazu eigentlich auch nicht sagen, weil sonst zu viel verraten wird.

Die Geschichte ist sehr nüchtern geschrieben, ich denke, dass dies eine Anlehnung an Jodis Charakter sein soll. Obwohl man sehr viel aus dem Leben der beiden Protagonisten erfährt, kommen sie einem als Leser gerade durch diese Erzählweise gar nicht nahe. Jodi ist eher pragmatisch und hält Todd den Rücken frei, während er tut was er will. Er trifft sich heimlich mit Frauen, geht fremd und lebt auch so sein eigenes Leben. Jodi ist nur dafür da, ihm das Leben schön zu machen. Sie bekocht ihn und betüddelt ihn. Dass er fremd geht, scheint sie zwar zu stören, aber sie will lieber den Frieden und den schönen Schein wahren.  Mir waren weder Jodi noch Todd sympathisch. Die Nebencharaktere wurden so gut wie gar nicht eingeführt und blieben mit die ganze Zeit über völlig bedeutungslos.

Obwohl ich die Personen gar nicht mochte,  hat mir das Buch gut gefallen. Es war die ganze Zeit spannend und das Ende war überraschend, weil man als Leser Jodis Gedankengängen folgen konnte, ihr aber diese Lösung niemals zugetraut hätte.

Wer sich auf diesen Erzählstil einlassen kann, der ist mit dem Buch gut bedient. Alle anderen sollten die Finger davon lassen.

Über den Autor:


A. S. A. Harrison wurde im Jahr 1948 geboren und starb im April 2013 an Krebs. Sie lebte als Schriftstellerin und Künstlerin in Kanada.  Mehr Informationen über das Buch kann man hier bekommen: http://asaharrison.com/

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