Sonntag, 3. August 2014

Der Distelfink - Donna Tartt





Der Distelfink - Donna Tartt
1024 Seiten 
ISBN:  978-3442312399
24,99 Euro



Klappentext:

Es passiert, als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist. An dem Tag, an dem er mit seiner Mutter ein New Yorker Museum besucht, verändert ein schreckliches Unglück sein Leben für immer. Er verliert sie unter tragischen Umständen und bleibt allein und auf sich gestellt zurück, sein Vater hat ihn schon lange im Stich gelassen. Theo versinkt in tiefer Trauer, die ihn lange nicht mehr loslässt. Auch das Gemälde, das seit dem fatalen Ereignis verbotenerweise in seinem Besitz ist und ihn an seine Mutter erinnert, kann ihm keinen Trost spenden. Ganz im Gegenteil: Mit jedem Jahr, das vergeht, kommt er immer weiter von seinem Weg ab und droht, in kriminelle Kreise abzurutschen. Und das Gemälde, das ihn auf merkwürdige Weise fasziniert, scheint ihn geradezu in eine Welt der Lügen und falschen Entscheidungen zu ziehen, in einen Sog, der ihn unaufhaltsam mit sich reißt ...


Meine Meinung:

Nachdem ich vor Jahren das Buch "Die geheime Geschichte" von Donna Tartt gelesen und geliebt habe, wollte ich unbedingt "Der Distelfink" lesen. Dieses Buch hat sich als Langzeitprojekt entpuppt, was aber nicht am Inhalt des Buches lag, sondern einfach daran, dass ich nach einem anstrengenden Arbeitstag nicht in der Lage war, den Gedankengängen des Protagonisten zu folgen.

Theo Decker verliert seine Mutter bei einer Explosion in einem Museum und bekommt zufällig ein sehr wertvolles Gemälde in die Hände, das er die längste Zeit des Buches behält und zu schützen versucht. Alles in seinem Leben dreht sich um das Bild und um sein schweres Schicksal und um die Situationen, in die er sich aus Unwissenheit oder aus Trägheit bringt. Das ist auch eigentlich schon fast alles, was in dem Buch passiert.

Die Autorin hat die Charaktere sehr detailliert beschrieben, so dass man als Leser fast das Gefühl hat, die Personen tatsächlich zu kennen. Besonders toll fand ich die vielen langen Dialoge, die durch das Einfließen von den verschiedenen ausländischen Akzenten noch authentischer wirkten. Das Buch ist aus Sicht von Theo geschrieben, der nicht selten in eine Depression verfällt und durch seinen Freund Boris auch noch anfängt Drogen zu nehmen. Eine gefährliche Mischung. Weniger gut hat mir - zumindest ab einem bestimmten Punkt - gefallen, dass Theo seine Ausfälle, die durch die verschiedenen Drogen hervorgerufen wurden, sehr detailliert beschrieben hat. Allerdings hat diese Tatsache das Buch für mich nicht unlesbar gemacht, denn die Beschreibungen kamen ebenfalls lebensecht herüber und sind zum Teil sehr erschreckend.

Was den Inhalt angeht, finde ich, dass nicht so furchtbar viel passiert. Theo beschreibt viel und erzählt sehr viel von seiner Stimmungslage und immer wieder rücken der Schutz des Bildes und vor allem der Verlust seiner Mutter in den Vordergrund. Ich habe schon des Öfteren gelesen, dass das Buch total langweilig ist, habe das aber selber nicht so empfunden. Ich gebe zu, dass es zwischenzeitlich etwas langatmig ist, aber dafür wird man mit einer wundervollen Sprache entlohnt.


Ich kann das Buch Lesern empfehlen, die geneigt sind, sich auf ein besonderes Buch einzulassen und in die Welt eines zutiefst verstörten Charakters hineinzudenken. Mir hat es wirklich gut gefallen und ich werde es mit Sicherheit noch einmal lesen. Ich bin mir sicher, dass ich bei der hohen Anzahl an Seiten bestimmt einiges überlesen oder schlicht wieder vergessen habe. 

Kommentare:

  1. Ich höre den Distelfink als ungekürztes Audiobook, habe momentan knapp 2/3 gehört und kann bisher alles genauso unterschreiben, wie du es verfasst hast :-)
    Langatmig, aber nicht langweilig.....und ich finde, ihm wohnt eine unterhwellige Spannung bei....die mich immer motiviert, weiter zu lauschen....was ist mit dem Bild? Was wird aus Theo, dessen Spirale sich gerade eindeutig abwärts bewegt....
    Kann leider nicht "gefällt mir" drücken, ob das daran liegt, dass ich kein Blogspot-Konto habe?
    LG jedenfalls :-)

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    1. Wie schön, dass noch jemand das so sieht wie ich :-) Ich habe viele Meinungen gelesen, in denen die Leser sagten, sie wären froh, wenn es zu Ende ist.

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  2. Hallo

    Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen. Hab eine Woche dafür gebraucht. Schau mal: http://lese-himmel.blogspot.de/2014/06/meine-rezension-zu-der-distelfink-von.html

    Liebe Grüße, Gisela

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    1. Schöne Rezension und ja, Frau Tartt hat mit den Worten gespielt :-)

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