Dienstag, 22. Juli 2014

Leichtmatrosen - Tom Liehr






Leichtmatrosen - Tom Liehr
352 Seiten
ISBN:  978-3746630731
9,99 Euro



Klappentext:

Sie sind bestenfalls Bekannte: Simon, der unzuverlässige Handwerker mit dem Handy-Tick, Henner, der Pfarrer, der gestärkte Hemden liebt, Mark, der Berufschaot, der noch zu Hause wohnt, und Patrick, der Lektor mit Liebeskummer. Aus einer Laune heraus buchen sie eine Tour auf einem Hausboot - und das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Kaum haben sie die erste Schleuse passiert, hat Patrick sein Erlebnis: Er sieht, wie eine wunderschöne Frau in einem Kanu mit ihm flirtet und dann davonfährt. Was die vier dann erwartet: eine wunderschöne Landschaft, ein paar besonders "leichte Mädchen", eine schnell verliebte Schleusenwärterin, die albanische Mafia - und die Erkenntnis, dass sie ihr Leben ändern sollten...

Vier Männer und ein Boot - das Sommerbuch der Saison. Mit der absoluten Unterhaltungsgarantie!


Meine Meinung:

Ja, es ist ein Sommerbuch, nein, kein locker leichtes mal eben weg zu lesendes Sommerbuch. Normalerweise fällt es mir nicht schwer, in die Romane des Autors zu kommen. Hier schon. Aber nur anfangs. Je länger ich mit den vier Männern unterwegs war, desto mehr habe ich sie in mein Herz geschlossen.

Aus einer Bier- und Ouzolaune heraus beschließen Patrick, Mark, Simon und Henner, dass sie zusammen eine Bootstour unternehmen möchten. Dass das keine so gute Idee ist, merkt der Ich-Erzähler Patrick bereits zu Beginn der Reise, denn es geht alles drunter und drüber. Die Vier kennen sich so gut wie gar nicht, nur vom gelegentlichen Sport. Es ist nicht nur so, dass keiner von ihnen ein Boot bedienen könnte, jeder hat auch seine eigenen Probleme, die jeden der Charaktere ausmacht.

Mich haben die Landschaftsbeschreibungen sehr gefallen und nach kurzen Anfangsschwierigkeiten direkt in das Buch hinein versetzt. Man merkt dem Autor an, dass er diese Art der Fortbewegung und der Entspannung sehr schätzt. Die Charaktere wirken anfangs ziemlich chaotisch und wenig durchschaubar. Jedem der vier Männer ist ein kurzes Kapitel gewidmet, so dass der Leser nach und nach die Handlungen und Eigenheiten verstehen oder zumindest nachvollziehen kann. Die Schreibweise ist locker und fast schon umgangssprachlich.

Ein Sommerbuch ist es, weil es um den Sommer geht, um Ferien, um Freundschaft und um das Loslassen des bisherigen Lebens und das Genießen - in allen Facetten . Kein Sommerbuch ist es, weil es Tiefgang hat. Der Leser denkt über die Personen und deren Schicksal nach und hofft, dass sie ihr Leben nach ihren Wünschen gestalten können. Mich wird der Inhalt so schnell nicht los lassen. Schon allein, weil man wieder einmal merkt, dass nicht jeder der ist, der er zu sein scheint.

Sehr lesenswert!


1 Kommentar:

  1. Das stimmt, die verschiedenen Menschen oder besser gesagt, ihre Veränderungen, geben Anlass zum Nachdenken. Und obwohl das Buch in diesem Punkt einen Tiefgang hat, ist es doch auch ein locker leichtes Lesevergnügen, das besonders zum Sommer passt. Auch ich halte den Roman für lesenswert!

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