Samstag, 12. April 2014

Elizabeth wird vermisst - Emma Healey

Elizabeth wird vermisst - Emma Healey
352 Seiten
ISBN: 978-3785761106
14,99 Euro


Klappentext:

EINE ANRÜHRENDE GESCHICHTE ÜBER VERLUST UND VERGESSEN - EMMA HEALEY TRIFFT MITTEN INS HERZ! Wie würden Sie sich fühlen, wenn Ihnen keiner mehr glaubt? Und Sie nicht mehr sicher sind, ob Sie sich selbst noch glauben können? Genauso ergeht es Maud, die an Alzheimer leidet - und die ihre Freundin vermisst. In diesem faszinierenden Roman machen wir uns gemeinsam mit Maud auf die Suche nach der verschwundenen Elizabeth und erleben dabei hautnah, wie hilflos und verletzlich Maud sich selbst und ihrer Umwelt gegenübersteht. Mit überwältigender Intensität und Emotionalität schafft es die erst 28-jährige Autorin, eine völlig neue Sicht auf Alter und Alzheimer zu eröffnen.

Meine Meinung:

Ich konnte mir gar nicht so richtig vorstellen, wie die Autorin dieses schwierige Thema glaubwürdig umsetzen konnte. Schon von der ersten Seite an hat mich dieses Buch gefesselt. Es war sogar spannend, weil man weder wusste wo Elizabeth ist, noch was mit  Sukey - Mauds Schwester - passiert ist. Allerdings muss ich auch sagen, dass die Auflösung dann keine große Überraschung war. Ich fand das gar nicht schlimm, weil der Schreibstil so angenehm und liebevoll war.

Maud ist fünfundachtzig Jahre alt und leidet unter Alzheimer. Das Buch spielt abwechselnd in zwei Zeitebenen. In Mauds Vergangenheit, und in der Gegenwart. Beides vermischt sich im Laufe des Buches immer mehr. Mauds Schwester ist vor siebzig Jahren spurlos verschwunden. In der Gegenwart ist Maud fest davon überzeugt, dass ihre Freundin Elizabeth ebenfalls spurlos verschwunden ist. Natürlich macht sie sich auf die Suche nach ihr. Ob sie sie findet, das werdet ihr sehen, wenn ihr das Buch lest.

Das Thema Alzheimer ist richtig gut umgesetzt, da das Buch aus Mauds Perspektive geschrieben ist. So kann der Leser sich gut in Maud hinein versetzen. Sie schreibt sich für alles kleine Notizzettel, die sie immer dabei hat. Doch diese helfen ihr auch nicht immer weiter. Je weiter das Buch fortschreitet, desto schlimmer wird die Erkrankung. Maud erinnert sich manchmal nicht an Namen von Gegenständen und kann irgendwann auch zum Teil nicht mehr lesen. Mich hat das Buch sehr berührt, weil meine beiden Omas an Altersdemenz leiden bzw. gelitten haben. Ich finde es schon furchtbar, wenn man als Enkel nicht erkannt wird, als ich jedoch aus Mauds Perspektive gelesen habe, dass sie ihre Tochter nicht erkennt, war das noch viel schlimmer. Denn sie wusste, dass sie die fremde Frau vor sich kennen muss.

Das Buch ist den Großmüttern der Autorin gewidmet und ich gehe davon aus, dass die beiden ebenfalls an Alzheimer leiden. Man merkt in jeder Zeile, dass Emma Healey sich mit der Krankheit auseinander gesetzt hat und wie gern sie ihre Großmütter haben muss. Denn man bekommt bei dem Buch keine Beklemmungen, es ist eher eine Art Verstehen und beschützen wollen. Ich muss aber auch ehrlich sagen, dass ich es total schwer finde, auszudrücken, was ich bei der Lektüre des Buches gefühlt habe. Ich mochte Maud, sehr gern sogar. Genauso konnte ich verstehen, dass Helen - ihre Tochter - total genervt war von den immer und immer währenden Fragen nach Elizabeth oder von den wirren Sätzen, die Maud von sich gegeben hat, wenn sie gedanklich wieder in der Vergangenheit war.


Alles in allem ein sehr gelungenes Debut mit einer unbedingten Leseempfehlung. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen