Dienstag, 25. Dezember 2012

Er ist wieder da




Er ist wieder da - Timur Vermes
400 Seiten
ISBN: 978-3847905172
19,33 Euro

Klappentext:

Sommer 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet der Gröfaz in der Gegenwart und startet gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere - im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und auch trotz Jahrzehnten deutscher Demokratie vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und "Gefällt mir"-Buttons. Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy? All das und mehr: Timur Vermes' Romandebüt ist ein literarisches Kabinettstück erster Güte.

Meine Meinung:

Um ehrlich zu sein, wusste ich nicht so recht, was mich erwartet. Zunächst habe ich in das Hörbuch reingehört, das sehr authentisch von Christoph Maria Herbst gesprochen wird. Wobei ich aber glaube, dass es einen wahnsinnig macht, über sechs CDs zuzuhören. Das Buch macht es wohl um einiges einfacher, da man seine eigene Sprechstimme im Ohr hat.

Ich denke, zum Inhalt muss ich nicht mehr viel sagen. Ich denke, dass der  Siegeszug durchs Fernsehen durchaus in unsere Zeit passen könnte, denn im Buch wird Hitler von niemandem wirklich ernst genommen. Es wird sogar angenommen, dass er seine Rolle lebt. Er kleidet sich so wie er es immer getan hat, er benimmt sich wie zu seinen Lebzeiten und er hält immer noch Reden.  Er selbst möchte einfach wieder nur die Macht erreichen, die er zuvor schon einmal besessen hat. Und das mit den Mitteln, die ihm in der heutigen Zeit zur Verfügung stehen: Internet, Privatfernsehen und Presse.

Ich muss zugeben, dass es durchaus sehr witzig ist, wenn Hitler voller Inbrunst seine Reden schwingt - und das genauso, wie er es zu seiner Zeit getan hat, allerdings liegt es eher wohl daran, dass es einfach nicht mehr zeitgemäß ist. Der Inhalt mancher Reden ist nachwievor krass. Da er aber im Buch von allen Menschen als Comedian gesehen wird, verlieren viele seiner Aussagen ihren Schrecken.

Erstaunlich, dass ein Autor sich so in einen Menschen hineinversetzen kann. Ich frage mich, wie viel Recherche da im Vorfeld nötig gewesen ist. Denn Hitler kommt als gut beobachtender, natürlich auch kritischer Mensch daher, der zu Frauen charmant ist und Kinder liebt. Er steht zu seinem Nationalsozialismus und äußert dies auch öffentlich. Manchmal habe ich versucht mir vorzustellen, dass dies wirklich geschieht und was ich von ihm halten würde. Ich muss ehrlich sagen, ich weiß es nicht. Als Comedysendung ist diese Art sicher nicht schlecht, würde mich aber nach kurzer Zeit wohl sehr nerven.

Welches Fazit ziehe ich aus dem Buch? Man kann es lesen, man kann es mögen, aber mir hätte auch nicht unbedingt etwas gefehlt, wenn ich es nicht gelesen hätte. Alles in allem hat sich der Autor schon seine Gedanken gemacht, wie ein Hitler in der heutigen Zeit ankommen würde. Letztendlich glaube ich, dass er mit seiner Einschätzung gar nicht so falsch gelegen hätte. Ich glaube allerdings nicht, dass man das Buch verteufeln muss, wie ich es in einigen Rezensionen gelesen habe. Es ist einfach eine Art von Satire, die nicht jedem gefällt.

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